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Video wirkt! Mit Bewegtbild zu gelungenem Lernen.

Von Tobias Hohn | Inhaber TOLEX-Manufaktur & Studium „Smart Building Engineering"



Trend zum Bewegtbild

Unabhängig von Corona und der dadurch nochmals stark beschleunigten digitalen Transformation ist das Lernen mit Videos schon seit Jahren eine Erfolgsgeschichte mit stetig wachsenden Zuwachsraten: Und das betrifft nicht nur das Lernen im beruflichen Kontext. Wer von uns kennt das nicht? Ein defektes Haushaltsgerät, der Umgang mit einer neuen Software, die neusten Tipps und Tricks rund um das eigene Hobby: immer häufiger ist YouTube die erste Anlaufstelle. Nicht ohne Grund hat sich dieses gigantische Videoportal längst vom Image einer Plattform für „Katzenvideos“ entfernt und bedient mit gut gemachten Tutorials Probleme in fast jeder Lebenslage. Weltweit ist YouTube inzwischen nach Google die zweitgrößte Suchmaschine! Aber auch im beruflichen Kontext, der durch eine immer stärkere Digitalisierung und Spezialisierung geprägt ist, sind Videos im Kontext von E-Learning seit Jahren auf Wachstumskurs, das zeigen diverse Studien.


Eine zweite Entwicklung beschleunigt diesen Trend zusätzlich: die inzwischen nahezu flächendeckende Verbreitung von Smartphones, mittels derer jeder von uns sein persönliches „Lern-Kino“ jederzeit dabei hat. Deutlich stärkere Netze als noch vor einigen Jahren sowie zeitgemäße Flat-Tarife der Anbieter motivieren zusätzlich dazu, Video- Content regelmäßig zu nutzen, um privat oder beruflich weiter zu kommen. Das „mobile learning“ mit mobilen Endgeräten, also Tablets bzw. überwiegend Smartphones, erfordert allerdings aufgrund des sehr spezifischen Nutzerverhaltens und der Alltagssituationen, in denen Videos konsumiert werden, auch didaktisch ein möglichst optimal hierauf abgestimmtes Vorgehen. Das Lernen in kurzen Einheiten, zwischendurch in der Bahn oder in der Pause am Arbeitsplatz, quasi „Lernen2Go“, ist gerade bei der Nutzung des Smartphones längst Alltagsrealität. Wer also heute als Anbieter von videobasierten Lernangeboten seine Zielgruppen begeistern möchte, ist gut beraten, seinen Content nicht als Blockbuster mit langer Laufzeit bereit zu stellen, sondern in vielen kurzen, didaktisch gut aufeinander abgestimmten Sequenzen. Im E-Learning-Kontext spricht man hier meist von „learning nuggets“. Spontan denken viele, dass gerade im Handwerk und der Baubranche im Kontext von Weiterbildung vor allem das gemeinsame Lernen - in Präsenz oder online - in allen Situationen die beste Lösung ist. Tatsächlich aber sollte man dies differenzierter betrachten: Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen, in denen man nur wenig Optionen zum Visualisieren hat (z.B. reine Dienstleistungen), sind das Handwerk und die Baubranche voll von Praxissituationen, die man mit Video eindrucksvoll inszenieren kann: in der Lehrwerkstatt, im Betrieb, beim Kunden vor Ort oder auf der Baustelle.


Video-Content bietet ohnehin viele Vorteile:

  • er ist anschaulich und motiviert zum Lernen

  • er kommt einem Live-Erlebnis maximal nah

  • er spricht mehrere Sinne an und emotionalisiert

  • er entspricht den Sehgewohnheiten der User

  • erklärt komplexe Themen anschaulich und einfach

  • er ist unterhaltsamer als z.B. Folien-Präsentationen


Beispiel 1: Expert:innen teilen vor der Kamera ihr Praxiswissen


Zweifellos können Menschen, die „live“ vor der Kamera über ihre beruflichen Erfahrungen berichten, aber auch über ihre Fehler und die Learnings daraus, deutlich mehr überzeugen, als würde man die gleichen Informationen in Form von Folien zum Durchklicken anbieten. Sind diese Berichte aus der Praxis dann noch dramaturgisch ein wenig wie eine Geschichte aufgebaut („Storytelling“), kommt man im besten Fall mit wenig oder sogar keinen weiteren Einblendungen von Texten, Folien etc. aus. Die Dozent:innen inspirieren allein durch ihre Kompetenzen, Erfahrungen und ihre Persönlichkeit. Und ganz nebenbei ist dieser Fokus auf die Dozent:innen auch in besonderem Maße für das Lernen über die kleinen Displays der Smartphones geeignet.


Beispiel 2: Neue Software-Anwendungen anschaulich vermitteln

Gerade bei der Schulung neuer Software- Anwendungen ist das gemeinsame Üben und das Feedback in Echtzeit essentiell für den optimalen Lernerfolg und Lerntransfer. Umso interessanter wird hier der Einsatz von Video-Learning, wenn es dadurch gelingt, mehr Zeitressourcen für genau dieses gemeinsame Lernen zu schaffen: Indem man z.B. stetig wiederkehrenden Input (Folien etc.) einmal hochwertig vorproduziert (z.B. mittels Green-Screen-Technik) und diese Videosequenzen dann seinen Lerner:innen vorab zum orts- und zeitunabhängigen Lernen bereit stellt.


Beispiel 3: Lernen für den Alltag anhand von Vor-Ort-Demonstrationen

Das Lernen „am Modell“, durch Beobachten und Nachmachen, ist ja im Prinzip der Kern jeder handwerklichen Ausbildung und wurde lernpsychologisch schon vor Jahrzehnten von Albert Bandura wissenschaftlich umfassend begleitet und evaluiert. Setzt man moderne Kameratechnik direkt vor Ort ein, auf der Baustelle, in der Werkstatt, und lässt man die Praktiker:innen ihre Schritte dabei in Echtzeit kommentieren, entstehen so didaktisch hochwertige Videoanleitungen. Als User sitzt man hier mit seinem Smartphone quasi „in der ersten Reihe“. Für diesem Input nachgelagerte Präsenzlernmodule kann man als Dozent:in an dieses Vorwissen direkt andocken. Auch für die Weiterbildung im Handwerk und der Baubranche gilt letztlich: die Zeit von „Schwarz-oder-weiß-Lösungen“ ist lange vorbei. Lerner:innen erwarten heutzutage zunehmend hybride Lern-Settings, die zeitgemäß sind und eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglichen. Video-Learning ist hier nicht immer die einzig sinnvolle Lösung, kann aber im Kontext von didaktisch reichhaltigen Lernangeboten seine Stärken voll ausspielen. Auch mit unserem eigenen Start Up TOLEX setzen wir nicht nur allein auf Bewegtbild, sondern ergänzen dieses Medienformat um weitere interaktive Elemente wie z.B. Gamification, Podcasts und perspektivisch auch VR-360°.